ass nnbescbadet de» Gesammteindmckea, den wir von der Krankheit erhalten « der mannichfarhe Wechsel in der Gruppirun^ und Gostal* tnng der Symptome dem T/cser hufientlich nicht verloren gegangen «ein wird. Dem Krankheitsau eb 10 che gebt entweder ein Stadimm prodromorum vorher, oder derselbe erfolgt plötzlich. — Mehrere Beobachter lYieusaeux, La- mothe^ Upham, Maine, Magail n. fu> behaupten^ dass das ptötidicbe Er^ kranken das häufigere irewesen, dusa die Krankheit wie mit einem Schlage, malvt in der Kachtaeit, in ihrer ßrati^en Intensität aufgetreten und der Kranke ans dem Schlafe mit heftigem Kopfschmerjse , atürmischem Erbrechen, tetani- sehen Krämpfen, und andern die Krankheit wesentlich charükterisirenden Zufal- len erwacht, oder wenn der Anfall während des Tag^es erfolge, mitten in der Arbeit, während des Essens, auf der Strasse ^ von der Krankheit ergriffen woi^ den sei. Wenn es such keinem Zweifel unterliegt, dass derartige Fälle, selbst in reichlicher Zahl vorfjekommen siml, so gehören sie doch entschieden su den Aösnahmen, indem theila die Schwierigkeit, bei den Erkrankten eine Anamnese festzufitellen, theils die Gleichgültigkeit des Publikums ge^^en die leichten« dem Ausbruche der Krankheit vorhergehenden Erscbeinnngen , theils auch wohl die Leichtfertigkeit mancher Beobachter den eigentlichen TbaUteetand verdunkelt hat. Unter 73 von Tourdes beobachteten Kranken hatten 45 ein Jforboten- utadium durchgemacht und bei vielen der übrigen 28 war es ni^rbt möglich, eine Anamnese anzustellen, da sie schon unbeeinnlicb in das Spital kamen, zum Theil auch in diesem Zustand erlaufen, so dass Tonrdes selbst das Vorbotenstadium als nur ausnahmsweise fehlend bezaichneU Chauffard erklärt, dass Prodroml in dieser Krankheit wohl nie fehlen, wenn der Arz.t nur recht zusieht; Lind- itrom bemerkt, dats bei den im Seraphim - Hoapitide in Stockholm beobachte- ten Kranken gewohnlich ein mehr oder wenisrer ausgesprochenes Vorbotensta- dinin beobachtet worden war, in derselben Weise &tissem sich Cor bin nnd 1) Efai vallsllndtfres. iilphabßtiitc>!i f^mr&nettsM Veri«lc1inras dpr IHr dl« vorUegeadan Mttlhel* lanfen beaatxt^ii LltUtratar ßotlet sich am Soblnss« d)ei«s Ca|}ltels. g26 HirBob, hisloriBch geographiidhe Pathologie. Forget, welcher Ton den, jedenfalls viel seltener, aU man ffememhiB ritte Torkommenden Fällen sogenannter Meningite foadroyaate bemerkt, osaa ▼orsngsweiso hänfig im Anfange der Epidemie beobachtet worden ^ ein V» h&ltniss, welches wir in derselben Weise bei Pest, Cholera o. a. äbalkks Krankheiten aasgesprochen finden, nnd aach Levy koxmte in 67 FlUei 12 Fälle solcher Meningite fondroyante konstatiren. Das Stadium prodromoram, welches einige Standen, einen Tigodr selbst mehrere Tage wahrt (Am es, Tonrdes), ist durch eine Reihe Toofr Bcheinungen ausgezeichnet, welche bereits auf Stömngen in den Fnnköna des Cerebrospinalsystems hindeuten; die Kranken klagen aber Schmenaii Kopfe, zuweilen auch über schmerzhaftes Ziehen im Rücken und den Eztr» täten, über ein Gefühl von Schwäche oder Ermüdung, das jedoch nicht lo ist geht, um das betreffende Individuum an der Arbeit za behindern (Aiii«ft,i^ ner über Schwindel, Eckel und ücbligkeit, die jedoch nicht konstant i^, > dass viele bis zum Auftreten den eigentlichen Krankheitserscheinungen bei |t tem Appetite bleiben ; sehr charakteristisch endlich sind die im Yorätemtste häufig beobachteten leichten Fieberschauer (Forget, Rollet o. a.A), mj'ii nicht selten zu der Yermuthung Veranlassung geben, der Kranke leide n ctf nicht zur vollen Entwicklung gekommenen Intermitteni, ein Irrthom, in «rieh« viele Aerzte noch durch einen, den Ausbruch der Krankheit nicht selten dbMniß» sirenden, heftigen Fieberanfall bestärkt wurden, so dass sie einen Fall von f^ perniciosa vor sich zu sehen, und zudem durch die im Krankheitsreritde * näufig beobachteten Remissionen und Exacerbationen einzelner der wesentiidA Erscheinungen eine Stütze für ihre Ansicht zu finden glaubten, dass dieEn^ heit in der Thnt eine Form remittirender Malariafieber darstelle^). -^ Ab^ Mnle ist, wie bemerkt, dieses Stadium prodromorum sehr schwach angedos^ oder es fehlt nicht selten (ranz , und gerade dieses plötzliche Anfti^ ^ Krankheit charakterisirt die Fälle der sogenannten M^nintrite h^' droyante; die Leute stürzen plötzlich im YoUsrenusse der Gciodää die Arbeiter mitten in ihrer Thätiekeit, die Soldaten während dm E» cirens oder bei anderweitiger Beschäftigung, in den Kasernen, Kinder sntta in ihren Spielen wie vom Blitze getroffen nieder, (Tourdes, Achiriiji Ditzel u. a. ..) verlieren sogleich das Bewusstsein, verfallen in ein »elirMj weniger heftijres Delirium oder wohl selbst sogleich in einen komatösen Za«» und erliegen unter tetanischen Convulsionen , seltener unter den Ers heinma« von Lähmung schon innerhalb der ersten 12 Stunden; „de mensf-hen", ^ es in dem Berichte aus den Nied**rlanden , „worden plotseling door de nw „aangetast onder het uitstooten van een jrillend , daama brüllend gelmd. ** „middelligk opofevolgd door tetanische en comateuse verschijnselen'', Le»?*' erklärt: „cert^iins malades sont foudroyes et meurent en quelques henreT,** ähnliche Berichte liegen von andern, französischen, schwedischen nnd itiR* sehen Aerzten vor. Abpresehen also von diesen Ausnahmefällen gestaltet sich dsi Bild * eigentlichen Krankheitsaiisbnirhes gewöhnlich folgen dermassen: die Knai* werden, und zwar auffallend häunjr zur Nachtzeit (Yieusseux, M»f*"' Acharius, Mörku. a. schwedische Aerzte), von einem mehr oder vöä?f heftijfen Frostanfalle er<a'iffen, dem alsbald, und zwar häufig, ohne da»* Eckelgefühl voraufgegangen, stürmisches Erbrechen folgt, mit welchen«^ fangs die Speisereste, später nicht selten Spulwürmer entleert werdö ^ welchen sich oft ein sehr schmerzhaftes Gefühl in der Magengegend hinn^^ seilt (Lindström, Magail, Upham u. a. A.), welches, wie es scheint. «•" ralgischer Natur ist, da die Obduction in solchen Fällen keine VerandenfflS ® Magen nachweiset, welche zur Erklärung jenes Schmerzes dienen k'^a» (Mayne). — Gleichzeitig klagt der Kranke über intensiven Schwindel *F<>'* gel), so dass Tourdes u. a. zwei Kranke sah , die sich so lange im Kre* herumdrehten, bis sie niederstürzten, um nicht mehr aufzustehen , xmd übtf o- nen sehr heftigen Kopfschmerz, der überhaupt zu den hervorstechenditA konstantesten Symptomen der Krankheit gehört (Tourdes), zuweilen leW die einzige Beschwerde ist, über welche der Kranke, sogar bei nngünitigsi Ausgange der Kranklieit, klagt (Forget, Bronssais u, a.), und dessen Her 1) Vergl. hiezu u. a. Drake L c. II. 758. .Krankheiten, Meningttifl oerebro^äpinalii epidemica. 627 fcigköit eieb in den oft atünmachen iOageü, oder dem jammerliclieii GeBchrei dti Kranken, so lange derselbe eben noch bei Bewuesttein üt^ uDd selbst apä- teF noch, nachdem der Kranke in einen deUrirenden oder komatösen Zustand verfallen, durc^h dm Hinp-eift^n mit der Uand nach dem Kopfe, eq weilen auch durch den aus Meningitis infantum (Hydrcoephalua acutus) so wohlbekannten ori hjdrücaph&lique auespincht. Der SclunerÄ wird als ein klopfender, bohrender, «techender, drückender, pre säender u. 8. w. beieichnet, gewölinlidi ist er an- haltend, zuweilen remitlirend, und »ein Sit« bald in der Stime, bald in den Schläfen, oder in der Scheitelgegend, zuweilen mehr umsehrieben, zuweilen aber a.tlch über den ganzen Kopf verbreitet nnd jiwar kann man aus dem Sitze und der Verbreitung des Schmerzes mit einiger Sicherheit einen Bchlofn auf das ftnatomisch-paüiülogische Verhalten der Pia mater des Gehirns machen. Mit diesem Schmerze im Kopfe tritt gewöhnlich gleicha^eitig Schmers und eine Eewiasß Steifigkeit im Nacken, aueh wohl Schmerzgefühl in andern egenden de» Rückens, namentlich im Lumbartheile deeaelben, allein weniger intensiY als der Kopfschmerz, imd vom Kranken selbst erst dann bemerkt auf, wenn derselbe einen Versuch sich zu bewegen macht, oder wenn man einen Druck auf die processus spinosi ausübt ^Levy). Der Kranke wird dabei ^on einer gewaltigen Unruhe gequält» so dmss er in einer anhaltenden Bewegung, ■ich im Bette fortwährend hin und her walzt, keinen Augenblick eine ruhige Lage beij&ubebalten veramg, aufspritigt, zuweilen auch nur einzelne Thoile dea Körpers, den Kopf, häufiger die Extremitäten, in zitternder Bewegung hilt, und alsdann nicht selten das Bild eines an Delirium tremeni Leidenden darbietet (Forget, Lindström), ein Zustand, der übrigens nur im An- fange der Krankheit beobachtet wird nud der sich häufig mit einer mehr odef weoiger allgemeinen Haut -Hyperästhesie vergesellschaftet, welche zuwei- len eine solche Uohe erreicht, dass der geringste Versuch sich zu bewegen, ein einigermassen festes AnlUhlen der Haut von Seiten des Arztes oder der Wärter, und ähnhche Veranlassungen dem Kranken die heftigsten Schmersien verursachen und selbst konvulsivische Anfalle herbeizuführen vermögen (Tonr- des, Maillot) viele itabenische Aerzte, Arnes, Bquire, M'Dowell (the patienU being iore all over) LindtirÖm u. al — Während dieser Zufalle erseheint das Gesicht des Enmken selt^a gerothet, meist bleich, der Blick ans dan glänzenden, zuweilen injicirten Äugen tAmes, LindstrÖm, Gilkrest «, a^J stier, die Pupille oft koutrahirt, der Ausdruck des Gesichts wie der ei- &es Trunkenen oder tief Leidenden (Tourdes); der Puls ist selten beschleu* lügt, oft normal oder selbst verlangsamt, immer aber voll und gespannt, und fewöbnüeh klagt der Kranke über Sausen und Klioi^en vor den Ohren, das ipätar häufig in einen gelinden Grad von Taubheit übergeht. Äeuaaei-st selten kommt in diesem Stadium Diarrhoe vor, sowie überhaupt hartnäckige Leibea- TersLopfung zu den charakteristischen Erscheinungen dar Kraokheit gehört Dieser in den einzelnen Zufällen sich immer mehr und mehr steigernde Zustand dauert meist nur wenige Stunden und nun tritt eine zweite, wahrhaft pathog- nomouiiScha Erscheinung ein , ein tetanusartiger Kr am pf in den Eü- oken* und namentlich den Naekenmuskeln, so dma der Kopf nach ^hinten übergezogen in einem nahe rechten Winkel zum Kacken %\i stehen at , ein Zufall , der so constant , so in die Angan fallend uod charakteri- seb ist, dass die Krankheit in Schweden mit dem Kamen der nacksjuka ^Nuckenkrankheit) oder dragsjuka ( Ziehkrankheit) bezeichnet worden ist (Lindstrom, Monten in Berättelse or 1856, 44); ebenso führt Ditzel (aus der Epidemie 1845 in Frysenborg auf Jütland) „den stive hals medden ,.staerkt tiltiageböjede nakke*' als wahrhaft pathognomonische Erscbeinang an, Hennings bemerkt (aus der Epideuiie 1345 itn Physika te Aalborg): ,4^t jjforste ög altid constante symptom paa denne sygdom var stivfacd og «raerte i Qaliken^»;** Gilkrest erklärt: j^tbe head in many of the cases was observed learly to touuh the Shoulders'*, und fugt hinzu, dass dieser Zufall vorzugS' eise stark bei jütigeren Leuten und Kmdem ausgeprägt war, und gleiche lynchte lit^gen vou vitalen franzosiscben und itahenisehen Beobachtern vor. Jebrigens beschränkt sich dieser tetanii^che Krampf nicht immer auf die Nsr ckenmuskeln, vielmehr entwickelt sich Pleurgsthotönus (Lery) oder Opisthoto* 1) Siwdhe4«k«U, ForhaadL m 1S4«. M. ß28 Hirioh, hisiorisoh geographische Pathologie. nnB (viele italienische Aerste; üpham, Gilkrest, Ditsel u. a.), Soda der Kampf zuweilen wie in einem ivreise nach hinten gebognen er8eheült(Toc^ des). Unter diesen Umständen entwickeln sich mitunter sehr intensive Sflhur- sen, die vom Rücken aus ge^en den Rumpf und die Exirenutäten aatttnUs. so dass es auch in diesen Theilen zu tetanischen Contractionen (Toardai. Mo Do well) oder zu Gonvulsionen kommt, welche entweder einselne Tkck die Extremitäten, die Augenlider, Lippen u. s. w. betrefiTen, oder allgCB«! und so hüftig werden , dass man einen epileptischen Anfall vor sich in lehs glauben könnte (Forget, italienische Aerzte). — Alsbald treten Hallici* nationen auf, die sich schnell zu vollständigen, atillen und mnsätireida. oder stürmischen und gewaltsamen Delirien steigern; auch dieee mime nicht weniger zu den Constanten und charakteristischen Erscbeinangen goük werden , machen , wie der Kopfschmerz , zuweilen Remissionen , mitunter 9^ kurze, oder sogar stundenlange Intermissioncn und geben schliesslich ia'SopK oder ein tiefes Coma über, wechseln zuweilen auch wohl mit diesen ZaifciBdED. während sie in selteneren Fällen gar nicht zur Beobachtung kommen , so dis der Kranke gleich iimerhalb der ersten Stunden komatös wird, und ans diflMi Zustande bis zu Ende der Krankheit nicht mehr erwacht — Die Temperi- tur der Haut erscheint in diesem Stadium der Krankheit meist normu, 9V am Kopfe und Gesichte zuweilen etwas erhöht (Forget, Rollet, Maillot, Coppola), an den Extremitäten dagegen, und swar gemeinhin erst in dsas spätem Stadium der Krankheit, gesunken (Lindström, Forget, Amsi).-- Im Bereiche der Digestionsorgane macht sich, mit Ausnahme des meist noä anhaltenden Erbrechens und 5lagendruckes, keine wesenUicbe Erscheinimg be* merklich ; die Zunge ist gewöhnlich normal, zuweilen in der Mitte etwtt m» lieh belegt, an den Rändern roth (Forget, Upham), in besonders hdUg« und bössirtigen Fällen hat Arnes die Zunge breit mid schlaff gefiuidsB, w dass sie den Mund ganz ausfüllte, am Sprechen und Schlingen hinderte, nc^ zuweilen selbst zwischen den Zähnen hervordrängte und am Rande die Eio- drücke der Zähne trug; Levy hat in 63 von ihm beobachteten FlUlen 26mil einen perlmutterartigen Beleg des Zahnfleisches an den Backenzähnen iresdiai der sich in einem 27. Falle über das ganze Zahnfleisch verbreitete. Der Ap- petit liegt vom ersten Auftreten der Krankheit bis zum Eintritt der Recoan- lescenz vollkommen nieder (Faure-Y illars. Lindström), so dtsi jgcc diese Erscheinung zu den konstantesten Symptomen de